Auch wenn es keine festgeschriebenen Gesetze für den Gang in eine öffentliche Sauna gibt, so sollten doch einige Dinge beachtet werden. So wird in Deutschland unbedingt ein ausgiebiges Duschen vor dem Gang in die Sauna erwartet. Ein großes Handtuch als Sitzunterlage bzw. Liegeunterlage sollte mitgebracht werden, ein zweites, kleineres, wird zum Abtrocknen empfohlen. Auch eine kurze Begrüßung der Saunagäste gehört zum guten Ton. Anders als in skandinavischen Saunen, wird in deutschen Breitengraden in der Sauna wenig gesprochen. Die Sauna sollte aus hygienischen Gründen nicht mit Schuhwerk wie z.B. Badeschlappen betreten werden.
Der Aufguss ist das Begießen der heißen Steine des Ofens mit kaltem oder heißem Wasser in der Sauna.
Das Wasser verdampft auf den ca. hundert Grad Celsius heißen Steinen zu Wasserdampf und erhöht so kurzzeitig die Luftfeuchtigkeit in der Sauna. Ein Platzen der Steine wird durch Verwendung von Lavagestein verhindert, auch erhitztes Wasser trägt dazu bei. Der Dampfstoß, auch "Gluthauch" oder nach dem finnischen Wort Löyly genannt, steigt durch die Hitze zunächst nach oben an die Decke des Saunaraums. Durch Verwirbelung der Luft mit einem Handtuch kann er gleichmäßig im Saunaraum verteilt werden. Der Aufguss verstärkt das Hitzeerleben der Sauna.
Entgegen dem subjektiven Eindruck steigert der Aufguss den Schwitzeffekt eines Saunaganges nicht. Was vermeintlich als kräftigeres Schwitzen empfunden wird, ist tatsächlich nur auf der Haut niedergeschlagener Wasserdampf: Das durch den Aufguss verdampfte Wasser setzt sich als Kondenswasser auf der kühleren Haut (ca. 30 bis 37 °C) ab und erzeugt dort ein sehr starkes Hitzeempfinden, da die Kondensationswärme an den Körper abgegeben wird. Während Schwitzen normalerweise aufgrund der dann möglichen Verdunstung den Körper kühlt, verhindert die aufgussbedingte hohe Luftfeuchtigkeit diese Verdunstung, weshalb durch das Schwitzen auch kein Kühlungseffekt mehr eintreten kann. Deswegen sollten Menschen mit Herzschäden – oder auch nur mit einem schlechten Tag oder nach einer durchzechten Nacht – Aufgüsse meiden. Es gibt von medizinischer Seite unterschiedliche Ansichten über die mit dem Aufguss (in der derzeit praktizierten Form) verbundenen gesundheitlichen Aspekte und etwaigen Risiken.
In einer sehr heißen Sauna kann der Löyly auf den oberen Bänken an der Grenze des ertragbaren Schmerzes sein. Empfindlichen und ungeübten Saunabesuchern wird daher empfohlen, sich während des Aufgusses auf eine der unteren Bänke zu setzen, wo die Luft weniger heiß ist.
Allgemein wird der Aufguss meistens als der Höhepunkt des Saunabadens angesehen. Da ihm eine "zentrale" Rolle beim Saunabad zukommt, hat er sich zu einer mehr oder weniger ausgefeilten Zeremonie entwickelt. Die Aufgusszeremonie wird in unterschiedlichen Ländern jedoch sehr unterschiedlich zelebriert. Im Folgenden wird die heute (2009) im deutschsprachigen Raum vorherrschende Form des Aufgusses beschrieben.
Für den Aufguss wird ein hölzerner Aufgusskübel mit etwa fünf Litern frischem Wasser gefüllt und ein Aufgusskonzentrat nach Wahl zugegeben. "Klassische" Düfte sind Nadelhölzer wie Fichte, Eukalyptus, Latschenkiefer, Zitrusdüfte, Menthol oder Minze. Die Düfte wirken entweder anregend oder beruhigend auf den Körper.
In öffentlichen Saunen wird der Aufguss meist von einem Saunameister durchgeführt. Es ist dort unüblich oder sogar verboten, dass Besucher selbst einen Aufguss machen. Die Aufgüsse laufen meist nach dem gleichen Schema ab, nur das Aroma wird variiert.
Zunächst wird meistens frische Luft in den Saunaraum gelassen, indem die Saunatür für kurze Zeit weit geöffnet wird. Anschließend nehmen die Saunabadenden in der Sauna Platz und schwitzen einige Minuten vor, bevor der Aufguss beginnt.
Nicht unüblich ist es, dass Eiswürfel zur Kühlung bestimmter Körperpartien oder gekühlte Fruchtstücke (z. B. Zitrone oder Apfel) gereicht werden.
Während der Aufgusszeremonie wird die Sauna nicht verlassen, da das Öffnen der Tür den Aufgusseffekt stören würde. Besuchern, denen es zu heiß wird, wird empfohlen, sich tiefer zu setzen. Bei echtem Bedarf oder gar gesundheitlichen Problemen (Kreislauf) kann der Saunaraum selbstverständlich jederzeit verlassen werden. Des Weiteren ist es höflich und der Entspannung förderlich, in der Sauna generell und besonders während des Aufgusses zu schweigen.
Das Aufgusswasser wird mit einem hölzernen Saunalöffel (auch Löylykelle oder Aufgusskelle genannt) portionsweise auf die heißen Steine des Saunaofens gegeben, wo es verdampft. Nachdem etwa ein Drittel des Wassers aufgegossen ist, verwirbelt der Saunameister mit einem Handtuch (das in der Sauna-Fachsprache Wacheltuch genannt wird) den entstandenen Wasserdampf im Saunaraum. Dabei gibt es spezielle Handtuchtechniken: die gängigsten sind das rasche Herumwirbeln des längs gefalteten Handtuchs wie ein Propeller und das "Herunterschlagen" des Gluthauchs von der Saunadecke auf die Saunagäste. Alternativ kann auch anstelle des Wacheltuchs ein großer Fächer verwendet werden, der die Luftverwirbelung mit wenig Kraftanstrengung ermöglicht.
Das Aufgießen und Wedeln wird meist drei Mal wiederholt. Nach der letzten Aufgussportion und Wedeln ist der Aufguss beendet. Für einen gut gemachten Aufguss gibt es am Ende meistens lobende Worte und/oder einen kleinen Applaus. Wenn möglich, wird nach dem letzten Wedeln noch eine oder zwei Minuten nachgeschwitzt, bevor die Saunabadenden den Saunaraum verlassen, um sich mit frischer Luft und Kaltwasseranwendungen wieder abzukühlen.
Bei privaten Saunen kann der Aufguss im Prinzip genauso, aber von einem der Saunabadenden durchgeführt werden. Da private Saunen meist etwas kleiner sind, ist hier weniger Aufgusswasser notwendig und das Handtuchwedeln kann bedingt durch den kleineren Raum nicht ganz so ausholend erfolgen. Werden bei kleinen Saunen nur wenige Schöpfkellen Aufguss benötigt, so kann das ätherische Öl auch tropfenweise einzeln auf den wassergefüllten Saunalöffel gegeben werden. Keinesfalls darf aber das Öl ohne Wasser auf die Steine gelangen, da es sonst Feuer fangen würde.
In Mitteleuropa ist es üblich, dem Aufgusswasser einige Tropfen ätherischer Öle, im Fachhandel Aufgusskonzentrate oder Saunadüfte genannt, zuzugeben. Beim Aufguss entfalten sich die Aromastoffe des Öls als wohlriechender Duft, zum Schwitzen kommt ein Dufterlebnis hinzu. Vom ätherischen Öl abzugrenzen sind im Handel erhältliche Parfümöle, die zwar ähnlich wie ätherische Öle riechen, aber nicht rückstandsfrei verdunsten und für die Sauna nicht geeignet sind. Im Handel erhältliche „Duftöle“ können sowohl ätherische Öle als auch Parfümöle sein.
Hierbei wird das Aufgusswasser mit Eiswürfeln oder zerstoßenem Eis gemischt. Das Eis schmilzt und verdampft gleichmäßig ohne teilweise ungenutzt durch die Steine hindurch zu rinnen. Hierdurch wird ein stärkerer Effekt erzielt, der so nur durch gleichmäßiges Aufgießen über einen längeren Zeitraum zu erzielen wäre. Es können beliebige ätherische Öle verwendet werden. Denselben Effekt erhält man dadurch, dass man Schneebälle auf den Ofen gibt.
Daneben werden gerne auch bei normalen Aufgüssen Eiswürfel oder zerstoßenes Eis zum Einreiben und Lutschen verteilt, was zum Teil ebenfalls "Eis-Aufguss" genannt wird.
Beim Erlebnis-Aufguss steht der Spaß im Vordergrund, weshalb auch während des Aufgusses geredet werden darf. Häufig werden hierbei Witze erzählt oder die Gäste und der Saunameister werfen sich gegenseitig herzlich gemeinte boshafte Kommentare zu. Der Erlebnisaufguss wird gerne auch mit Musik, Obst oder Getränken, Verkleidung des Saunameisters und einer kleinen Geschichte kombiniert.
Mit einer Gießkanne wird das Wasser besonders gleichmäßig über die Steine verteilt. Auf diese Weise wird die Oberfläche der Steine besser ausgenutzt, das Wasser verdampft schneller und steigert so das Hitzeempfinden.
Beim Honig-Aufguss reiben die Saunabadenden nach dem Vorschwitzen oder dem ersten Aufguss den ganzen Körper mit Honig ein. Der Honig wird durch die Wärme sehr flüssig, duftet gut und zieht in die Haut ein, wo er hautreinigend und pflegend wirkt. Als Aufgussöl sind beim Honig-Aufguss fruchtige Duftrichtungen beliebt.
Es gibt im Fachhandel mittlerweile auch spezielle Honigpasten zum Einreiben, die weitere Zusätze enthalten.
Hier wird der Körper nach dem Vorschwitzen oder dem ersten Aufguss mit Salz eingerieben. Dazu wird entweder grobkörniges Mineralsalz oder gewöhnliches Kochsalz verwendet (wobei der Kopf, der Genitalbereich und offene Wunden ausgespart werden sollten). Das Salz wirkt schweißtreibend und desinfizierend, außerdem wird die Haut durch das Abreiben gepeelt (Salzpeeling).
Als ätherisches Öl sind beim Salzaufguss Nadelhölzer beliebt.
Da beim Abreiben mit Salz immer einiges Salz zu Boden rieselt, wird die Salzanwendung häufiger in Dampfbädern und Hamams angeboten, wo der Schwitzraum wegen der hohen Luftfeuchtigkeit gefliest ist, oder die Saunagäste verlassen zum Abreiben mit Salz die Saunakabine und betreten sie danach wieder.
Bei einer anderen Variante des Salzaufgusses wird Salzwasser aufgegossen, wodurch die Luft mit Salz angereichert werden soll. Dies soll sich ähnlich wie bei Seeluft beispielsweise bei Pollenallergikern und Asthmatikern positiv auswirken. Dabei wird jedoch nicht berücksichtigt, dass Salz aus einer Salzlösung nicht mitverdampft, sondern sich auf den Steinen des Saunaofens ablagert. Am Meer findet die Salzanreicherung der Luft durch Salzwasserverwirbelung in der Luft statt, insbesondere bei Wind und Wellengang, ein Effekt, der beim Saunaaufguss aber eher nicht eintritt.
Hier wird während des Aufgusses in kleine Stücke geschnittenes, in einigen Saunen sogar gefrorenes Obst an die Besucher verteilt. Die Früchte werden als willkommene und leckere Erfrischung gegessen und stärken die Badenden für den zweiten Teil des Aufgusses.
In der finnischen Sauna und im russischen Banja sind ätherische Ölzusätze kaum üblich. Hier wird entweder nur mit Wasser aufgegossen oder mit dem Birkenwasser, in dem zuvor die Birkenbüschel (in Finnland vihta oder vasta, in Russland Wenik genannt), die zum Abschlagen der Haut ("Quästen") gebraucht werden, eingeweicht wurden. Es gibt hier auch in öffentlichen Saunen/Banjas selten Saunameister, sondern es ist üblich, dass die Saunabadenden den Aufguss selbst durchführen. Einen Saunabesuch ohne Aufguss gibt es hier kaum und es wird meist auch sehr viel Aufgusswasser verwendet.
Während des Wenik-Aufgusses schlagen sich die Saunabadenden den Körper selbst oder gegenseitig mit den Weniks ab, was angenehm erfrischend wirkt und wodurch die Blutzirkulation angeregt wird. Außerdem wird das Luftpolster zwischen den Hautschichten reduziert und dadurch die Schweißproduktion gesteigert.
In Mitteleuropa wird dem Aufgusswasser bei Wenik-Aufgüssen zum Teil Birken-Aroma zugesetzt, um den Birkenduft noch zu verstärken.
In der russischen Banjasauna werden gelegentlich dem Aufgusswasser auch Spirituosen wie Wodka oder Bier hinzugefügt. Bier erzeugt beim Aufguss einen starken brotähnlichen Duft. Der beim Aufguss entstehende Schaum verbrennt und erzeugt einen leichten - unbedenklichen - Brandgeruch.